Ante Perry

Dortmunds Ante Perry ist seit über einem Jahrzehnt als DJ aktiv. Mit seiner Definition von House Musik tourt er unlängst durch die renommiertesten Clubs Europas – meist auf Solopfaden, in letzter Zeit aber auch gern mal bis an die Zähne mit Controllern, Effekten und Konfetti bewaffnet als Live-Duo „Mono Negro“. Als Host seiner Radioshow „Flashing Disco Sounds“ via egoFM lässt er neben seinen Mixing-Skills gern auch seiner liebenswert großen Klappe freien Lauf. Mit Produktionen auf Stil Vor Talent, Moonbootique, Systematic, Katermukke, Upon You, Great Stuff, Kittball, We Play House sowie seinem eigenen, jüngst gegründeten Label „Be An Ape“ hält er beständig die Clubbingwelt in Atem.

Von Deep bis Peak – Ante Perry macht’s möglich!

 

Ante Perry im Interview mit Akai Pro

Ante hat sich für Akai Professional Zeit genommen und gibt uns im Interview interessante Einblicke in sein Schaffen als Produzent, wie er Kreativblockaden im Dampfbad löst und erzählt, was er von Streamingdiensten hält.

Akai Pro: Welches Equipment setzt du momentan ein?

Ante Perry: Akai APC40 II, M-Audio Trigger Finger, Apogee Duet 2, Alesis ZMX 164 Studio Mixer, Numark Orbit, Native Maschine Mk2, Mikrokorg, KRK VXT8,  KORG M50, Numark TTX Plattenspieler, Numark M6 plus ein großes Arsenal an Plugins, Samples, Vinyls und Vocals.

Analog oder digital?

Sowohl als auch. Alles hat seine Vorteile. Ich will hier mal nicht von Nachteilen sprechen. Es kommt halt immer drauf an, was man machen möchte. Klar ist, dass analoger Sound wärmer ist, aber man kann warmen Sound auch mit guten audio-engineering digital herstellen. Es ist halt so, wie beim auflegen. Wichtig nicht das Wie, sondern nur das, was vorne bei rauskommt.

Arbeitest du mit Gastmusikern?

Ja, damit habe ich angefangen. Neben meinem Studio hat ein alter Rocker seine musikalische Heimat. Der hat schon so manchen Riff eingezockt. Zusätzlich hatte ich schon diverse Vocalisten in meiner Gesangskabine. Dazu kommen die ganzen Kooperation, die man mit befreundeten Produzenten (zB. Tube & Berger, Maxim Lany, Juliet Sikora, Flo Mrzdk, Dirty Doering etc) auf die Beine stellt.

Wie entsteht bei dir ein neuer Track?

Ich nehme erstmal ne Kick. Dann such ich eine Baseline und sammle eine Menge Sounds basierend auf der Baseline (Chords, Pads etc.). Wenn ich den Eindruck habe, das reicht, mach ich mich ans Drumming und zu guter Letzt wird dann arrangiert.

Spielst du ein Instrument?

Leider nein, aber durch meine unzähligen Stunden im Studio bekommt man schon ein Gefühl für die Klaviatur und wie Harmonien zusammenhängen. Ich lass mich einfach immer von meinem Gefühl leiten.

Wie gehst du mit kreativen Blockaden um?

Die hab ich zum Glück kaum. Klar, man hat mal Tage, da kommt gar nichts zustande. Dann geh’ ich einfach zum Sport, lauf’ meine 10 km, schiebe ein paar Saunagänge hinterher und freue mich auf den nächsten Tag.

Dein spezieller Produktionstrick?

Da gibt es diverse. Ich nehme immer mehrere Claps, die sich unterschiedlich anhören und versetze deren Anfangspunkt so, das es einfach irgendwann fett anhört. Zudem verändere ich die Balance und fertig ist die Monster-Clap.

Das Musikbusiness wird immer härter, die Verkäufe stagnieren größtenteils oder gehen zurück. Trotzdem hast du vor nicht allzu langer Zeit dein eigenes Label „Be an Ape“ ins Leben gerufen.  Was hat dich zu diesem Schritt motiviert? Worin siehst du die Stärken und Schwächen eines eigenen Vertriebs?

Nachdem ich jahrelang bei Tube & Berger und Kolombo im Studio gesessen habe war es einfach an der Zeit, selber den Schritt zu gehen, eigene Musik zu machen. Ohne jemanden, der neben einem sitzt. Nachdem dieser Schritt vollbracht war und eine Menge amtlicher Tracks entstanden sind, war es für mich nur eine logische Konsequenz ein eigenes Label zu gründen. Mein Sound war schon immer „In between“. Genauso wie meine DJ Sets. Da hat sich manches Label einfach schwer getan meine Musik zu releasen.
Zum Glück vertreibe ich meine Musik nur bedingt selber. Ich lass’ ja auch Vinyl pressen. Die bring ich dann selber nach Berlin in die Plattenläden. Und mein digitaler Vertrieb sorgt dafür, dass man meine Musik auf allen Portalen digital erwerben kann.

Spotify und andere Streamingdienste – Fluch oder Segen?

Weder noch. Es gibt hier auch Vor- und Nachteile. Vorteil ist, dass eine Menge Leute Zugang zu deiner Musik bekommen, allerdings sind die Verdienste eher spärlich. Aber ich bezahle meine Rechnungen von meinen DJ Gagen und nicht von dem Lizenzeinnahmen, ergo sehe ich dem ganzen eher positiv entgegen.

In deinem zweiten Leben bringst du als DJ Menschen durch die Nacht. Inwiefern bringst du diese Erfahrungen in deine Musik ein?

Eigentlich wollte ich niemals selber produzieren, da ich einfach ein Vollblut-DJ bin. Aber einmal Blut geleckt, hat es mich nicht mehr losgelassen. Meine Erlebnisse während meiner DJ Gigs sind die Motivation schlechthin. Ich liebe das Nachtleben und vor allem lange aufzulegen. Das ist äußerst spirituell für mich. Das, was man da erlebt, gibt mir die Energie und Motivation, in der Woche Musik zu produzieren.

Du hast in diesem Jahr eine Menge Releases gehabt. Mit welchen Labels arbeitest du gerne zusammen?

Ganz klar fühle ich mich bei Katermukke und Kittball sehr sehr wohl. Mit Kittball arbeite ich ein wenig länger zusammen. Mit Katermukke erst seit 2 Jahren. Aber da gehöre ich auch fest zum Stamm der Künstler, und hab u.a. neben zwei EPs und Remixen auch dieses Jahr eine Compilation released.

Welche Pläne hast du für 2015?

Weiter produzieren, eventuell das Albumthema mal in Angriff nehmen, viel rumreisen und dabei eine Menge auflegen. Von mir aus auch 24/7.


Vielen Dank für das Interview

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